Die Postbank zählt zu den traditionsreichsten Banken Deutschlands und ist heute eine Marke der Deutsche Bank AG. Mit einem bundesweiten Filialnetz und umfangreichen Bargeldservices positioniert sich die Postbank als klassischer Ansprechpartner für Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen aller Rechtsformen.
Welche drei Geschäftskonto-Tarife bietet die Postbank an?
Die Postbank führt drei Kontomodelle: Business Giro (12,90 Euro), Business Giro aktiv (16,90 Euro) und Business Giro aktiv plus (24,90 Euro pro Monat) — in keinem der drei Tarife sind allerdings Freiposten für Buchungen enthalten. Beleglose SEPA-Buchungen kosten je nach Tarif zwischen 0,12 und 0,28 Euro pro Buchung, wobei der teuerste Tarif mit dem niedrigsten Einzelpreis pro Buchung punktet — bei einem Beispiel von 100 Online-Buchungen im Monat ergeben sich im günstigsten Tarif Gesamtkosten von rund 40,90 Euro (12,90 Euro Grundgebühr plus 28 Euro Buchungsgebühren).
| Tarif | Grundgebühr (Monat) | Gebühr je beleglose Buchung |
|---|---|---|
| Business Giro | 12,90 € | 0,28 € |
| Business Giro aktiv | 16,90 € | 0,22 € |
| Business Giro aktiv plus | 24,90 € | 0,12 € |
Gibt es aktuell eine Aktion ohne Grundgebühr, und wie lange gilt sie?
Für Neukundschaft verzichtet die Postbank aktuell bis zum 30. September 2026 auf die monatliche Grundgebühr aller drei Kontomodelle — ab dem 1. Oktober 2026 greift dann die regulär modellabhängige Monatsgebühr. Da sich solche Aktionszeiträume in der Vergangenheit bereits mehrfach verschoben haben, sollte vor der Kontoeröffnung die aktuell gültige Frist direkt bei der Postbank geprüft werden.
Warum müssen Kapitalgesellschaften für die Legitimation in eine Filiale?
Während sich Geschäftskonten grundsätzlich komplett online eröffnen lassen, wird die Online-Legitimationsprüfung per Videoident ausschließlich für natürliche Personen angeboten — bei Kapitalgesellschaften wie einer GmbH muss der Kontoeröffnungsantrag ausgedruckt und von der verfügungsberechtigten Person persönlich in einer Filiale zur Legitimationsprüfung vorgelegt werden. Dieser zusätzliche Schritt unterscheidet die Postbank von vollständig digitalen Fintech-Anbietern, bei denen auch Kapitalgesellschaften meist ohne Filialbesuch auskommen.
Wie hat sich das Filialnetz der Postbank 2026 verändert?
Im Rahmen einer „Mobile First"-Strategie reduziert die Postbank ihr eigenes Filialnetz bis Mitte 2026 auf rund 320 Standorte. Bankdienstleistungen in den bisherigen Partnerfilialen der Deutschen Post werden seit 2026 nicht mehr angeboten — wer bislang Bankgeschäfte in einer Postfiliale erledigt hat, muss seither auf eine der verbleibenden eigenen Postbank-Filialen oder auf digitale Kanäle ausweichen. Über die Cash Group stehen Geschäftskunden dennoch weiterhin rund 5.000 Geldautomaten bundesweit zur Verfügung.
Bietet die Postbank ein spezielles Konto für Anwälte, Notare oder Makler an?
Ja — mit einem optionalen Giro-Treuhandkonto bietet die Postbank ein spezielles Kontomodell für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Notarinnen und Notare sowie Immobilienmaklerinnen und -makler an, die treuhänderisch verwaltete Mandantengelder getrennt von ihrem eigenen Geschäftskonto führen müssen. Ergänzend richtet sich ein spezielles Gründerangebot an Existenzgründerinnen und -gründer, die noch keine Erfahrung im Umgang mit geschäftlichen Finanzen haben — mit individueller persönlicher Beratung, freier Kartenwahl und Sonderkonditionen.
Was leistet der in jedes Postbank-Geschäftskonto integrierte Business Assistent?
Ein digitaler Business Assistent ist standardmäßig in alle Postbank-Geschäftskonten integriert und unterstützt bei alltäglichen Verwaltungsaufgaben — auch wenn die Postbank bei tiefer integrierten Tools für Buchhaltung und Rechnungsstellung im Vergleich zu spezialisierten Fintech-Anbietern schwächer aufgestellt ist. Optional lassen sich zusätzlich eine DATEV-Schnittstelle oder ein sevDesk-Zugang aktivieren, im Gründerkonto sogar ohne zusätzliche Grundgebühr im ersten Jahr.
Was macht die Postbank Business Card plus besonders, und was kostet sie?
Die Business Card plus kombiniert die Vorteile einer klassischen Kontokarte mit den Nutzungsmöglichkeiten einer Kreditkarte, wird direkt vom Konto abgebucht und lässt sich ohne jede Bonitätsprüfung an Mitarbeitende ausgeben, ohne dass diese eine eigene Kontovollmacht benötigen. Im ersten Jahr ist die Karte komplett entgeltfrei, danach fällt ein Jahresentgelt von 24 Euro an — ein attraktiver Einstiegspreis gerade für Unternehmen, die mehreren Mitarbeitenden unkompliziert eine eigene Firmenkarte zur Verfügung stellen möchten, ohne für jede Karte eine separate Bonitätsprüfung durchlaufen zu müssen.
Wie stark unterscheiden sich die tatsächlichen Kosten je nach Buchungsvolumen zwischen den drei Tarifen?
Bei 50 Buchungen im Monat entstehen im günstigsten Tarif Business Giro zusätzlich 14 Euro Buchungsgebühren, während im teuersten Tarif Business Giro aktiv plus für dasselbe Buchungsvolumen nur 6 Euro zusätzlich anfallen — ein Beispiel, das den bereits erwähnten Effekt konkret veranschaulicht: Wer regelmäßig ein höheres Buchungsvolumen hat, fährt mit dem auf den ersten Blick teureren Tarif in der Gesamtrechnung oft günstiger.
Wie sind die Einlagen bei der Postbank abgesichert?
Als Marke der Deutsche Bank AG sind Einlagen zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken bis zu einem Betrag von mindestens 750.000 Euro abgesichert — ein deutlich höherer Schutz, als es bei den meisten Fintech-Anbietern in diesem Vergleich der Fall ist.
Wie bewerten Kundinnen und Kunden das Postbank-Firmenkonto — und warum widersprechen sich die Bewertungen so stark?
Auf den App-Stores schneidet die Postbank-App sehr gut ab — 186.190 Bewertungen im Apple App Store ergeben 4,6 von 5 Punkten, 150.383 Bewertungen im Google Play Store 4,5 von 5 Punkten — während bei Google Places lediglich 1,2 von 5 Punkten aus 227 Bewertungen erreicht werden. Dieser deutliche Unterschied lässt sich dadurch erklären, dass App-Bewertungen primär die technische Funktionalität der Banking-App widerspiegeln, während Google-Places-Bewertungen häufig konkrete Erfahrungen mit dem persönlichen Kundenservice und der Erreichbarkeit bei Problemen oder Rückfragen abbilden — ein Bereich, in dem einzelne Nutzerinnen und Nutzer wiederholt von ignorierten Anfragen berichten.
Für die Postbank spricht
- Keine Freiposten in keinem Tarif — dafür günstigster Preis pro Einzelbuchung im teuersten Tarif
- Aktuell keine Grundgebühr für Neukunden bis 30. September 2026
- Zusätzliche Einlagensicherung bis mindestens 750.000 Euro über Bankenverbandsfonds
- Zugang zu rund 5.000 Geldautomaten über die Cash Group
- Sehr gute App-Bewertungen in beiden großen App-Stores
Was Sie bedenken sollten
- Kapitalgesellschaften müssen zur Legitimation persönlich in eine Filiale
- Keine Freiposten für Buchungen in allen drei Tarifen
- Filialnetz wird bis Mitte 2026 auf rund 320 Standorte reduziert
- Sehr schlechte Google-Places-Bewertung deutet auf Schwächen im Kundenservice hin
- Keine Unterkontenfunktion verfügbar
Für wen eignet sich die Postbank?
Besonders für Freiberufler und kleinere Unternehmen mit geringem Buchungsvolumen, die von der aktuellen Aktion ohne Grundgebühr profitieren und Wert auf ein breites Geldautomatennetz legen. Wer eine Kapitalgesellschaft gründet und einen komplett digitalen Prozess ohne Filialbesuch wünscht, sollte zusätzlich Fyrst oder Qonto vergleichen.
Häufige Fragen
Muss ich für ein Postbank-Geschäftskonto in eine Filiale?
Als natürliche Person nicht zwingend — die Legitimation kann online per Videoident erfolgen. Kapitalgesellschaften wie eine GmbH müssen dagegen persönlich in eine Filiale.
Wie lange gilt die aktuelle 0-Euro-Aktion der Postbank?
Bis zum 30. September 2026 verzichtet die Postbank für Neukunden auf die monatliche Grundgebühr, danach greift die reguläre, modellabhängige Gebühr.
Warum unterscheiden sich die Postbank-Bewertungen je Plattform so stark?
App-Bewertungen spiegeln vor allem die technische Funktionalität wider, während Google-Places-Bewertungen stärker den persönlichen Kundenservice abbilden — hier berichten einzelne Nutzer von ignorierten Anfragen.